Newsletter März 2018

Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort, dort werden wir uns treffen. - Rumi
Bild: Monika Schweitzer, grafik & design by kiss

Die anderen Brücken - eine Geschichte von Anne Steinwart

Du hast einen schönen Beruf, sagte das Kind zum alten Brückenbauer, es muss schwer sein, Brücken zu bauen. Wenn man es gelernt hat, ist es leicht, sagte der alte Brückenbauer, es ist leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen. Die anderen Brücken sind viel schwieriger, sagte er, die baue ich in meinen Träumen.

Welche anderen Brücken? fragte das Kind. Der alte Brückenbauer sah das Kind nachdenklich an. Er wusste nicht, ob es verstehen würde. Dann sagte er: Ich möchte eine Brücke bauen von der Gegenwart in die Zukunft. Ich möchte eine Brücke bauen von einem zum anderen Menschen, von der Dunkelheit in das Licht von der Traurigkeit zur Freude. Ich möchte eine Brücke bauen, von der Zeit in die Ewigkeit, über alles Vergängliche hinweg.

Das Kind hatte aufmerksam zugehört. Es hatte nicht alles verstanden, spürte aber, dass der Brückenbauer traurig war. Weil das Kind ihn wieder froh machen wollte, sagte es: Ich schenke dir meine Brücke. Und das Kind malte für den Brückenbauer einen bunten Regenbogen.

Gegensätze überbrücken

Vielleicht kennen Sie das, wenn sich im Beruf - oder Privatleben plötzlich Abgründe auftun und Sie sich fragen, ob es da je wieder zu einer Einigung kommt. Dann ist manchmal eine professionelle Vermittlung nötig - in der Fachsprache die Mediation. Oft reicht es aber auch, sich zunächst den eigenen Horizont mit ein paar Tipps zu erweitern. Denn, wie ein indianisches Sprichwort so schön sagt: Der Frieden stellt sich nicht überraschend ein. Er fällt nicht vom Himmel wie der Regen. Er kommt zu denen, die ihn vorbereiten.

1. Das Verbindende finden

Wir Menschen haben eins gemeinsam: wir wollen Glück erleben und Leid vermeiden. Um das zu erreichen, bedienen wir uns recht unterschiedlicher und teilweise kontroverser Strategien. Das führt dazu, dass einer sagt: Das kannst du doch so nicht machen! Wir verstehen die Strategie des anderen einfach nicht. Das ist verunsichernd und wir gehen entweder in die Defensive oder zum Angriff über. Gewalt ist keine Lösung, da sind wir uns hoffentlich einig. Gerade wer starke Waffen hat, sollte um friedliche Lösungen bemüht sein, denn sonst macht er mit deren Einsatz vieles kaputt. Wir brauchen Brücken, auf denen wir uns Schritt für Schritt begegnen. Dann wird auch der mit dem Kopf im Sand sich einer offenen Auseinandersetzung stellen können.

2. Respekt ist ein Geburtsrecht

Sie verdienen Respekt und dürfen sagen, wenn Ihnen etwas nicht gefällt! Nennen Sie die Fakten, beschreiben sie Ihre Beobachtung und sagen Sie, welche Gefühle das bei Ihnen auslöst. Machen Sie deutlich, welche Umgangsform für Sie nicht in Ordnung ist. Kündigen Sie Konsequenzen an, wenn sich respektloses Verhalten nicht ändert aber bleiben Sie dabei auf dem Boden. Verhalten sie sich selbst verlässlich und berechenbar, sodass andere Sie auch respektieren können.

 

Sei hart in der Sache aber weich mit den Menschen.

Harvard - Prinzip

 

Es ist schon wichtig, dass jeder seine Interessen vertreten kann und an seinen Grundprinzipien festhalten darf. In diesen Dingen zählt es, auch einmal hart zu bleiben. Aber gleichzeitig sollte man es auf eine Art sein, bei der man verständnisvoll, mit Rücksicht und Respekt aufeinander zugeht. Wir erkennen, dass der andere seine Bedürfnisse verwirklicht sehen möchte - genau wie wir selbst. Nun heißt es genau hinzuschauen, ob sich dahinter nicht eine gute Lösung verbirgt. 

3. Wer braucht was?

Zwei Schwestern streiten sich in der Küche um eine Orange. Schnell ist das Geschrei groß. Die Mutter, die den unerträglichen Zustand beenden möchte, teilt die Orange in zwei Hälften und gibt jedem Kind eine davon, in der Hoffnung, dass dann Ruhe herrscht. Keins der Kinder ist jedoch zufrieden - das Geschrei geht weiter! 

 

Stellen wir nun die Frage, wofür jedes Kind die Orange tatsächlich braucht, dann erfahren wir vielleicht, dass ein Mädchen gerne den Saft trinken möchte und das andere den Abrieb der Schale zum Backen benötigt. Wir erhalten eine Lösung, in der es keinen Verlierer gibt. Also fragen Sie im Konflikt bitte immer wieder nach: Warum ist dir gerade das so wichtig?

4. Das Insel Modell

Das Insel Modell nach Vera F. Birkenbihl geht davon aus, dass jeder Mensch seine eigene Insel entwickelt, die er ein ganzes Leben lang nicht verlässt. Diese Insel besteht aus Erziehung, Bildung, Interessen, Erfahrungen, Einstellungen und Bewertungen, um nur einige zu nennen. Der persönliche Stress und wie wir gerade drauf sind, spielt ebenfalls eine Rolle. Jeder lebt in seiner Gedankenwelt und handelt dem entsprechend. Je ähnlicher die Inhalte der Inseln zweier Menschen sind, desto besser verstehen sie sich - die Kommunikation fällt leicht. Liegen unterschiedliche Inhalte vor oder sind die Inseln zu klein und es gibt keine Berührungspunkte, redet man aneinander vorbei. Wir können also leichter eine Brücke zu der Insel des anderen bauen, wenn wir die eigene Insel vergrößern. Das passiert wenn wir unsere Komfortzone verlassen, neue Erfahrungen machen, uns neues Wissen aneignen und die gezielte Auseinandersetzung mit anderen Meinungen, Erfahrungen und Überzeugungen suchen. Unser Interesse an der Sicht des anderen ist unsere Brücke, obwohl viele Inhalte der jeweiligen Inseln unterschiedlich sind und es auch bleiben werden. Gelingt uns die Einigung in einem Punkt nicht, so bleibt uns die Zustimmung zu dieser Meinungsverschiedenheit: "Let's agree to differ" - lass uns darin einig sein, dass wir in diesem Punkt nicht einig sein müssen.

5. Überheblichkeit vermeiden

"Der Klügere gibt nach". Eine tolle Sache, wenn man aus einer Einsicht heraus auch mal zurück stecken kann. Doch sobald man sich selbst auf ein Podest stellt, liegt auch in dieser Strategie eine Gefahr. Sagt man sich: "Ich bin dem haushoch überlegen!" Oder: "Was kratzt es die Eiche?" Dann ist das eine Art von Überheblichkeit, die von anderen auch als solche wahrgenommen wird - und damit funktioniert eine echte Verbindung nicht mehr.

 

Jenseits von richtig und falsch ist ein Ort. Dort treffen wir uns.

Rumi

 

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Ob wir eine Opferrolle einnehmen oder unser Leben bewusst selbst gestalten, hängt stark von unserer Überzeugung ab, etwas bewirken zu können. Dabei reicht unser ganz subjektiver Eindruck aus. Es genügt schon das Gefühl, Kontrolle zu haben! Oft geht aber gerade dieses Gefühl in unserer Biografie verloren. Wenn wir schon als Kind die Erfahrung gemacht haben - zum Beispiel durch frühe Krankenhausaufenthalte, Verlust oder Trennung - dass mit uns "einfach etwas gemacht wird", und wir damit Schmerz, Leid und Einsamkeit verbinden, dann bekommt das Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle eine übergeordnete Rolle. weiter lesen

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