Wie Sie zu innerer Stärke gelangen

Hauptsache gesund - und wenn nicht?

"Wenn man alles, was einem begegnet, als Möglichkeit zu innerem Wachstum ansieht, gewinnt man innere Stärke." Diese Aussage des tibetischen Yogi Milarepa fällt nicht leicht, wenn man selbst aus einem gesunden und aktiven Leben herausgerissen wird. Dennoch habe ich das Zitat von einer Schlaganfall Patientin, die im Rahmen des Coaching zur Verarbeitung ihrer Trauer und Wut, ein Tagebuch zu schreiben begonnen hatte. 

Empowerment: Mut zur Selbstermächtigung

Mit Empowerment bezeichnet man Strategien und Maßnahmen, die den Grad an Autonomie und Selbstbestimmung erhöhen – zum Beispiel im Rahmen einer chronischen Erkrankung. Durch professionelle Unterstützung gelingt es, das subjektive Gefühl von Macht- und Einflusslosigkeit zu überwinden. Gemeinsam werden neue Handlungsspielräume entdeckt und Ressourcen sinnvoll genutzt. So verlässt der Mensch die Opferrolle und erlebt sich endlich wieder als Gestalter seines Lebens. Dem zu Grunde liegen drei Fragen, die an die Salutogenese (Gesundheitsförderung) von Aaron Antonowsy angelehnt sind:

Der Mensch ist nicht nur gesund oder krank. Wir verfügen viel mehr über einen Pool an Gesundheit und Krankheit. Jeder erkrankte Mensch besitzt immer auch einen gesunden Anteil, der wahrgenommen und gestärkt werden möchte. So wird die Arbeit außerhalb der Heilkunde ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Gesundheitsfürsorge.

Ich bin mehr als meine Krankheit

Rund um die Erkrankung gibt es zunächst eine Menge zu tun: Diagnostik, Therapie, Reha – da bleibt wenig Zeit für Privates. Doch wenn es dann in den Alltag zurück geht, melden sich auch unterdrückte Bedürfnisse und Gefühle zu Wort. "Ich würde mir wünschen, dass mein Mann mich wieder mehr als Frau wahrnimmt und nicht nur als zu pflegende Person." (Multiple Sklerose) "Ich bin erst neunzehn und schon chronisch erkrankt. Ich will eine Ausbildung machen, ausziehen und eine Freundin haben. Es reicht mir nicht, nur auf meine Gesundheit zu achten!" (Diabetes) "Ich kann nicht bestimmen, wie lange ich zu leben habe, ich will aber meinen Lebensinhalt bestimmen. Das Leben hört nicht auf, mit einer Diagnose." (Leukemie)

Was ist zu tun?

Jede Entwicklung beginnt mit einem ersten Schritt. Machen Sie sich bewusst, dass ein kurviger Weg vor Ihnen liegt. Doch das heißt nicht zwangsläufig, dass dieser immer schwer sein muss. Gerade auf Umwegen entdecken wir oft die schönsten Aussichten. Nehmen Sie das Tempo aus der Strecke und lassen Sie sich Zeit. Orientieren Sie sich an Ihrer steigenden Lebensqualität und Ihrem inneren Wachstum. Erfreuen Sie sich an jeder Wegstecke, die Sie geschafft haben. Werden Sie zum Experten in eigener Sache, schreiben Sie ein Tagebuch, lassen Sie sich von Neuem inspirieren.

 

Darüber hinaus: Investieren Sie in Beziehungen und wappnen Sie sich für Rückschläge. Überlegen Sie an guten Tagen, wie Sie reagieren könnten, wenn Sie einen Schub haben oder es Ihnen aus anderen Gründen plötzlich schlechter geht. Spannen Sie sich ein soziales Netz, in das Sie fallen dürfen und nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch. Setzen Sie hinter Ihre Diagnose einen Doppelpunkt!

 

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Marion Lampert-Gruber

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