Wenn Oma und Opa plötzlich weg sind

Fingerspitzengefühl gefragt

"Der Verlust eines geliebten Menschen trifft auch Kinder sehr schwer. Ihre Reaktionen auf ein solches Ereignis gleichen sich oft mit denen der Erwachsenen, äußern sich aber deutliche sprunghafter.

 

Sterben, Tod und Trauer sind Themen, die man eher ungern mit Kindern in Verbindung bringt, steht der Nachwuchs doch für den Anfang des Lebens. Doch Kinder sind sich der Realität von Sterben, Tod und Trauer bewusster als Erwachsene annehmen. Dabei unterliegt dem Verständnis dieser Begrifflichkeit ein fortlaufender Prozess. Dieser ist von Kind zu Kind unterschiedlich, je nach Entwicklungsstand. Schon in den 1930er Jahren führte die Wissenschaftlerin Mary Nagy an, dass sich das Todeskonzept von Kindern in drei Phasen entwickelt. Ihre Vorstellung hat bis heute weitestgehend Bestand.

1. Phase: (bis 5 Jahre)

Kinder in diesem Alter sehen den Tod als einen Zustand des Schlafs oder der Reise, als vorübergehender Zustand der Einschränkung an. Die Endgültigkeit ist ihnen nicht bewusst. In der Vorstellung der Kinder diesen Alters können Tote zurück kehren, so wie Reisende zurückkehren.

2. Phase: (5-9 Jahre)

Kinder dieser Altersgruppe beginnen die Endgültigkeit des Todes zu begreifen und die Bedeutung des Todes zu verstehen. Er wird aber in dieser Altersstufe als von außen aufgezwungenes, unberechenbares Ereignis angesehen, das z.B. vom Sensenmann oder "Todesengel" gebracht wird.

3. Phase: (9 Jahre und mehr)

Kinder dieser Altersgruppe verstehen, dass der Tod universell, unvermeidlich und endgültig ist, und dass auch sie selbst eines Tages sterben werden. So wissen zum Beispiel Kinder in diesem Alter, dass der Tod eintritt, wenn beispielsweise die Organe versagen oder der Mensch nicht mehr atmet. 

Fürsorge und Sicherheit geben

Erfahren Kinder das Sterben und/oder den Tod eines für sie wichtigen Menschen, so ist das auch für sie eine schmerzvolle Zeit. Eine Reihe von Reaktionen auf diesen Verlust haben sie mit Erwachsenen gemeinsam. Dazu gehören beispielsweise Schlaf- und Verdauungsstörungen, unkontrolliertes Schluchzen, Verwirrung, Konzentrationsstörungen, aber auch Angst, Zorn oder Schuldgefühle. So reagieren sie häufig auch mit sozialem Rückzug oder Feindseligkeit.

 

Die Reaktionen von Kindern wechseln sich häufig sehr schnell miteinander ab. Im einen Moment spielen sie fröhlich vor sich hin, im nächsten weinen sie. Das ist für sie normal, wird aber teilweise von Erwachsenen als verwirrend erlebt.

 

Der Verlust einer geliebten Bezugsperson stellt auch für Kinder eine grundlegende Bedrohung in Bezug auf zum Beispiel das eigene Sicherheitsgefühl dar. Grundsätzlich sind Kinder aber dazu in der Lage, zu trauern und Verlusterlebnisse zu verkraften, ohne dass daraus für sie langfristige Probleme entstehen. Entscheidend ist für Kinder im Falle eines Verlusterlebnisses vor allem eine stabile Umgebung und die tröstende Fürsorge."

Diesen Text habe ich heute zum Thema "Rat und Hilfe im Trauerfall" unserer Tageszeitung entnommen. Ich bin gespannt, welche Meinung Sie dazu haben - oder von welchen Erfahrungen Sie berichten können.

Beratung in Detmold

Der Leuchtturm begleitet trauernde Kinder und Jugendliche: "Wir können den Kindern und Jugendlichen den Verlust zwar nicht nehmen, aber wir können sie stärken und mit ihnen Perspektiven für ihr weiteres Leben entwickeln." weiter lesen

Marion Lampert-Gruber

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