Fundstück

 

Segensengel

 

"Engel" wird sie genannt, oder auch "Schwester Frieda". Niemand weiß, wie sie wirklich heißt und wie alt sie ist. Sie erzählt keine Geschichten. Sie sucht kein Gespräch. Arm sieht sie aus, mit beiden Händen hält sie sich an ihrem mit Tüten bepackten Rollstuhl fest. Sie bittet nicht um Hilfe. Sie steht einfach da. Schon seit zwanzig Jahren. Mitten im Getümmel des Züricher Hauptbahnhofes. Fast jeden Tag. Stundenlang. Es hat sich herumgesprochen, wofür sie da ist. Sie segnet. Das ist ihre Aufgabe. Meistens tut sie es beiläufig – ohne große Gesten und lautlos segnet sie die vorbei eilenden Reisenden. Wie ein immer währendes Gebet. Manchmal bleibt jemand stehen. Scheinbar sorgenvoll, weil etwas Schweres bevorsteht. Auch dann bleibt sie leise mit geschlossenen Augen. Aber die Menschen in Zürich vertrauen ihrem Engel am Rande der Bahnhofshalle. Und sie wissen sich gesegnet für den Weg. Mitten im Getümmel. Fürchte dich nicht!

 

Quelle: Andere Zeiten e.V.

 

 


Marion Lampert-Gruber

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